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Interview mit Torsten @busfahrer_totti

Stell dich bitte kurz vor und erzähl uns wie du zum Busfahren gekommen bist!

Mein Name ist Torsten, ich bin 41 Jahre alt und komme ursprünglich aus Mainz. Zum Busfahren bin ich schon in frühester Kindheit gekommen, als ich in Mainz ständig und überall mit den Stadtbussen herumgefahren bin. Schon damals wollte ich Busfahrer werden. Durch Umzug in die Oberpfalz mit zehn Jahren war der Traum vom Busfahren erst einmal geplatzt. Im Jahr 2003 bin ich zurück nach Mainz gezogen, aber zu der Zeit war es mir nicht möglich, die Ausbildung zum Busfahrer zu beginnen. Was in Mainz nicht klappte, konnte ich im Jahr 2015 - ich lebte bereits wieder in der Oberpfalz - wahr werden lassen. Seitdem bin ich im Linien-, Reise- und Ausflugsverkehr bei Merz-Reisen in Gnadenberg tätig. Da ich gerne die Busse meiner Kindheit fahren wollte, aber die meisten ja schon längst verschrottet, ausgemustert oder verkauft waren, musste ich eben auf die Suche gehen um noch einen ausfindig zu machen. Heute besitze ich zwei ehemalige Mainzer Busse: einen MB O405 Baujahr 1988 und einen MAN SL200 Baujahr 1980.

Was schätzt du an deinem Alltag als Busfahrer besonders und was würdest du gerne ändern?

Kein Tag ist wie der andere, es gibt immer Neues und Vieles zu entdecken, selbst im Linienverkehr. Man hat mit den unterschiedlichsten Menschen zu tun.

Welchen Bus fährst du aktuell und was sind aus deiner Sicht Vor- und Nachteile des Fahrzeuges?

Zurzeit fahre ich einen Setra 515 HD Baujahr 2021. Er ist komfortabel und hat viel neue Features eingebaut, die andere Busse in unserem Fuhrpark noch nicht haben, z.B. einen Totwinkelassistenten.

Auf welchen Linien bist du unterwegs und welcher Dienst (Zeit oder Route) ist dir am liebsten?

Da ich alle Linien in unserem Betrieb kenne habe ich keine feste Linie mehr und bin oft als Springer unterwegs. So habe ich immer viel Abwechslung und es kommt selten Langeweile auf.

Tagtäglich im Straßenverkehr unterwegs zu sein, führt oft zu stressigen Situationen, wie entspannst du nach einem anstrengenden Arbeitstag am liebsten?

Meine Freizeit nutze ich um an meinen beiden Bussen zu werkeln. Hier gibt es ständig etwas zu verbessern oder zu reparieren.  


Aktuell werden auf vielen Linien Elektro- und Wasserstoff- und Hybridbusse getestet, bist du schon mal in so einem Bus gefahren und wie stehst du generell zu dem Thema emissionsfreier ÖPNV?

Dem Thema Elektro-Fahrzeuge stehe ich offen gegenüber. Wir haben in den vergangenen Jahren bereits unsere Privat-Pkw auf Elektro umgestellt und daher weiß ich aus praktischer Erfahrung, dass die Elektromobilität praxistauglich ist. Einen Bus mit neuer Antriebstechnik habe ich selbst noch nicht gefahren, bin aber in Mainz einmal in einem mitgefahren.

Noch ein sehr wichtiger Punkt ist der starke Fachkräfte- und insbesondere Fahrermangel. Was ist deine Message an junge Menschen, die sich überlegen Busfahrer zu werden, und welchen Apell hast du an Unternehmer, die es schwer haben Fahrer zu finden?

Busfahren war immer mein Kindheitstraum und ich bin heute noch so begeistert wie am ersten Tag. Man kommt weit herum in Europa, sieht viele Sehenswürdigkeiten und hat immer Abwechslung. Und selbst im Linienverkehr ist kein Tag wie der andere. Und mein Appell an andere Unternehmer: Wertschätzung den Mitarbeitern gegenüber und faire Bezahlung. So schafft es auch unser Betrieb, die Fluktuation gering zu halten.