Der Ford Tourneo Custom Active PHEV zeigt im Test, wie ausgereift er mittlerweile ist. Dank Plugin-Hybrid kommen noch weitere Vorteile hinzu.
Der aktuelle Tourneo Custom ist längst mehr als ein Personentransporter mit hübscher Verkleidung. Er fährt komfortabel, wirkt solide verarbeitet und zeigt vor allem im Alltag, dass Ford ziemlich genau weiß, was Vielfahrer brauchen.
Das beginnt schon vorne. Es gibt reichlich brauchbare Ablagen, eine Ladeschale fürs Smartphone und genügend USB-Anschlüsse für den digitalen Alltag. Auch die Getränkehalter funktionieren tatsächlich als solche: Flaschen bleiben dort, wo sie hingehören, und purzeln nicht bei jedem kräftigeren Beschleunigen durch den Innenraum.
PHEV mit Eigenheiten
Der Plug-in-Hybrid kombiniert einen 2,5-Liter-Benziner mit einem Elektroantrieb und kommt auf 233 PS Systemleistung. Das Konzept funktioniert gut, braucht aber etwas Eingewöhnung. Beim kräftigen Beschleunigen dreht der Benziner hoch und hält die Drehzahl, während der Tourneo weiter Tempo aufnimmt. Akustisch wirkt das zunächst fast so, als würde der Motor im Drehzahlbegrenzer hängen.
Nach ein paar Kilometern hat man sich daran gewöhnt. Im typischen Shuttle-Alltag fällt das ohnehin weniger ins Gewicht. Dort surft man entspannt auf der 320-Nm-Drehmomentwelle. Wer ruhig fährt und regelmäßig lädt, kann viele kurze Strecken elektrisch beziehungsweise mit möglichst hohem Elektroanteil zurücklegen. Ford nennt für den PHEV gewichtet rund 4,1 bis 4,4 Liter auf 100 Kilometer. Praxisnäher ist aber der Blick auf den Betrieb mit leerer Batterie: Dann liegen laut Ford etwa 7,4 bis 7,6 Liter auf 100 Kilometer an. Wer regelmäßig lädt und viele kurze Strecken fährt, kann den Benzinanteil entsprechend deutlich drücken. Wer es auf der Autobahn eilig hat knackt auch die 10 Liter Marke. Ein weiterer Vorteil: Beim Tourneo Custom PHEV fällt die NoVA mit aktuell einem Prozent sehr niedrig aus.
Wie bei jedem Plug-in-Hybrid gilt auch hier: Wer nie ansteckt, verschenkt einen wesentlichen Teil des Konzepts. Für Betreiber mit eigener Ladeinfrastruktur kann der PHEV große Vorteile bringen. Kurze Strecken werden möglichst budgetschonend elektrisch gefahren, auf längeren Etappen übernimmt der Benziner.
Ford Österreich bietet den Tourneo Custom PHEV derzeit bereits ab 45.990.- Euro bei Finanzierung an. Damit wird das Paket wirtschaftlich noch interessanter.
Ladeklappe richtig platziert
Ein kleines Detail, das im Alltag große Freude macht: Die Ladeklappe sitzt rechts vorne.
Damit liegt sie in Österreich meist auf der Gehsteigseite und damit genau dort, wo sich viele öffentliche Ladepunkte befinden. Das erspart die bekannte Kabelakrobatik rund ums Auto. Kabel raus, anstecken, fertig. So simpel kann gute Konstruktion sein.
Mehr Bus, weniger Lieferwagen
Auch beim Fahren merkt man, wie weit Ford inzwischen gekommen ist. Der Tourneo Custom fühlt sich nicht mehr wie ein Nutzfahrzeug mit Zusatzsitzen an. Federung, Lenkung und Geräuschniveau wirken deutlich erwachsener, selbst längere Etappen bleiben angenehm.
Stark bei der Variabilität
Hier kommt die Ausstattungsvariante Active ins Spiel, die mit zwei Schiebetüren ein wesentliches Asset mit sich bringt. Nicht nur im professionellen Einsatz. Auch in der Freizeit oder mit Kindern ist die Erreichbarkeit ein entscheidender Faktor. Die eigentliche Stärke des Tourneo Custom bleibt aber sein Innenraum. Die Sitze laufen leicht in ihren Schienen und lassen sich ohne großen Kraftaufwand verschieben. So wird der Tourneo schnell vom klassischen Personentransporter zum Shuttle mit mehr Gepäckraum oder besonders großzügiger Beinfreiheit. Für Hotels und Shuttledienste ist das Gold wert. Am Vormittag eine Familie mit Koffern zum Flughafen, am Nachmittag eine kleinere Reisegruppe, am Abend ein VIP-Transfer – der Tourneo lässt sich ohne großen Aufwand anpassen. Genau diese Flexibilität macht ihn im professionellen Einsatz so stark.
Fazit
Der Tourneo Custom ist mittlerweile richtig erwachsen geworden. Er ist komfortabel, flexibel, praktisch und steckt voller kleiner Lösungen, die man im täglichen Betrieb schnell schätzen lernt. Besonders das leichtgängige Sitzsystem, die vielen Ablagen, Getränkehalter und die sinnvoll platzierte Ladeklappe zeigen, dass hier jahrelange Erfahrung dahinter steckt.
Der PHEV-Antrieb verlangt anfangs etwas Eingewöhnung. Das hohe Drehzahlniveau beim Beschleunigen klingt zunächst ungewohnt, stört im Alltag aber deutlich weniger als erwartet.
Für Hotels, Taxiunternehmen und Shuttleservices ist der Tourneo Custom PHEV deshalb eine interessante Alternative: auf kurzen Strecken möglichst elektrisch, auf langen Etappen ohne Reichweitenstress und innen flexibel genug für fast jeden Auftrag. Und in Artisan Red findet ihn der Gast am Flughafen auch sofort.