
Seit Jahrhunderten sind die Almen ein fester Bestandteil der Tiroler Landschaft und Kultur. In den Sommermonaten ziehen tausende Tiere auf die Hochweiden, wo sie auf frischen Almwiesen grasen, während die Menschen in den Tälern von der Viehwirtschaft profitieren. Diese Tradition reicht bis in die Jungsteinzeit zurück, als die ersten Alpenbewohner begannen, die Wiesen als Weideflächen zu nutzen.
Die Arbeit auf den Almen ist durch steile Hänge, kurze Vegetationszeiten und lange Schneeperioden geprägt. Diese Bedingungen machen Ackerbau schwierig, weshalb sich die Viehwirtschaft in höheren Lagen durchgesetzt hat. Durch die Beweidung bleiben die Flächen offen und tragen so zum charakteristischen Landschaftsbild Tirols bei.
Die Almen haben nicht nur wirtschaftliche, sondern auch kulturelle Bedeutung. Hier entstanden der Jodler und zahlreiche Geschichten und Sagen, die das Leben im Gebirge beschreiben. Der Einfluss der Religion ist ebenfalls spürbar: Heilige wie Barbara, Leonhard, Antonius und Wendelin wurden angerufen, um Schutz und Segen zu erbitten.
Der Almauftrieb, also das Hinaufbringen des Viehs auf die Weiden, war traditionell an bestimmte Heiligentage geknüpft. Doch auch traditionelle Glaubenssätze und lokale Bräuche spielten eine Rolle. Heute ist der Zeitpunkt des Almauftriebs vor allem von den Vegetationsbedingungen abhängig, wobei die Saison inzwischen früher beginnt als noch vor Jahrzehnten.

Der Almabtrieb, der im Herbst stattfindet, markiert das Ende des Almsommers und wird vielerorts als großes Fest gefeiert. Historisch gesehen wurde der Almabtrieb als Schutzritual gegen böse Geister gesehen, doch moderne Betrachtungen sehen ihn eher als festlichen Abschluss der Sommermonate. Die Tiere werden je nach Region unterschiedlich geschmückt, was den kulturellen Reichtum Tirols widerspiegelt.
Der Almabtrieb ist ein Anlass zur Dankbarkeit für die sichere Rückkehr von Mensch und Tier. In den Dörfern feiern die Menschen gemeinsam, oft mit regionalen Spezialitäten wie Krapfen und Kiachl. Diese Feste ziehen auch viele Gäste an, die Teil des traditionellen Geschehens werden.
12. September 2026: Steeg, Jerzens, Pfunds
13. September 2026: Tarrenz (Schafschied)
18. September 2026: Gramai-Alm
19. September 2026: Söll, Wildschönau, Reith im Alpbachtal, Brixen im Thale, Kirchberg, Westendorf
21. September 2026: Tannheim
26. September 2026: Hopfgarten, Kelchsau, Gerlos, Pfunds (Schafschied), Kirchberg, Reith im Alpbachtal
10. Oktober 2026: Ebbs (Hengstalmabtrieb)