Zur diesjährigen BUS2BUS im April präsentierte MCV zwei alternativ angetriebene Linienbusse in Berlin. Neben einem vollelektrischen C127 EV zeigte MCV auch einen wasserstoffelektrischen Low Entry, den C127 FC LE.
MCV 127 FC LE
Unter dem Motto „Innovation In Motion“ präsentierte MCV den nächsten Schritt in seinem Produkt-Portfolio: das erste wasserstoffelektrisch betriebene Omnibusmodell, den C127 Fuel Cell Low Entry. Hier wird der Überland-Linienverkehr neu gedacht. Der C127 Fuel Cell Low Entry vereint die Vorteile des Low-Entry-Konzepts mit einem wasserstoffelektrischen Antrieb, der so im Markt noch nicht verfügbar ist.
Ein kraftvoller Elektromotor sorgt für ein ruhiges Fahrverhalten und zügiges Vorankommen im Überlandbereich mit entsprechenden Reserven am Berg. Dank einer vergleichsweise großen Batterie mit 117 kWh, einer Brennstoffzelle mit 100 kW Leistung und ca. 40 kg Wasserstoff erreicht der C127 Fuel Cell Low Entry in puncto Reichweite neue Dimensionen.
Das Sitzlayout ist auf den Überlandverkehr optimiert und bietet bis zu 43 bequeme Fahrgastsitze und 36 Stehplätze. Bei aktiver Nutzung des Rollstuhlplatzes reduziert sich die Anzahl der Stehplätze auf 32.
Wie bei den bekannten Niederflur-Varianten besteht auch beim C127 Fuel Cell Low Entry die Möglichkeit zur Nutzung von 275/70 R22,5 oder 295/80 R22,5 Reifen, und dies bei voller Schneekettentauglichkeit.
Damit ist der C127 Fuel Cell Low Entry perfekt für den Überlandlinienverkehr ausgelegt, vor allem dort, wo der Einsatz einer elektrischen Ladeinfrastruktur schwierig umzusetzen ist oder sehr hohe Reichweiten in Kombination mit langen Einsatzzeiten und kurzen Standzeiten realisiert werden müssen.
Resato Hydrogen Technology
Als Mitaussteller präsentierte sich auf dem MCV-Stand das Unternehmen Resato Hydrogen Technology aus den Niederlanden.
Resato Hydrogen Technology verfügt über umfassende Erfahrung im Bereich der Wasserstofftankstellen für den öffentlichen Nahverkehr, einschließlich dedizierter Bustankstellen. Ein aktuelles Beispiel ist die erfolgreiche Realisierung einer Wasserstofftankstelle für Busse in Güstrow, Deutschland, an der eine Flotte von 52 Bussen betankt wird. Dank dieser praktischen Projekterfahrung kann Resato zuverlässige und skalierbare Lösungen anbieten, die auf die betrieblichen Anforderungen von Busflotten zugeschnitten sind.
Resato spielt eine zentrale Rolle beim Aufbau einer nachhaltigen Wasserstoffinfrastruktur. Mit über 30 Jahren Erfahrung in der Hochdrucktechnologie bietet Resato Wasserstoffbetankungslösungen für Lkw, Busse und Pkw bei 350 und 700 bar an.
Mit dem Verkauf von über 70 öffentlichen und privaten Wasserstofftankstellen in ganz Europa ist Resato Hydrogen Technology ein erfahrener Partner bei der Bereitstellung von Hightech-H2-Lösungen.
MCV C127 EV
Erstmals wurde in Berlin der grundlegend überarbeitete vollelektrische C127 EV präsentiert, der unter anderem den Fahrerarbeitsplatz sowie den durchzugstarken Motor des wasserstoffelektrischen C127 FC LE erhält. Die Klimatisierung erfolgt über eine Wärmepumpe mit CO₂ als Kühlmittel. Neu sind hingegen die verwendeten Hochvoltbatterien.
Zum Einsatz kommen hier LFP-Batterien von CATL, die modular aufgebaut sind. In Summe stehen 497 kWh Batteriekapazität aus 12 Packs zur Verfügung. Geladen wird mittels CCS-2-Stecker mit maximal 150 kW.
Des Weiteren wurde das 24-Volt-Bordsystem komplett überarbeitet; unter anderem kommt nun neben einer elektronischen Handbremse auch eine 24-Volt-Servolenkung zum Einsatz.
Im Innenraum ist das „Easy-Bus-Konzept“ umgesetzt. Hier werden z. B. durch gelbe Leitlinien auf dem Fußboden mobilitätseingeschränkte Personen zu den für sie geeigneten Sitzen geführt. Im vorderen Wagenteil gibt es Sitze, die auf speziellen Podesten angeordnet sind, um den Menschen, die hier sitzen, das Aufstehen zu erleichtern. Zudem gibt es Sitzplätze, die so angeordnet sind, dass der Fahrgast seinen Rollator neben sich abstellen kann.
Ausklappbare Rampen für Rollstühle, Rollatoren oder Kinderwagen befinden sich an beiden Türen. Die Rampe vorne macht es möglich, dass Fahrgäste mit Rollator auch vorne beim Fahrer einsteigen können – was sie gerne tun, weil sie sich unter „Aufsicht“ des Fahrers sicherer fühlen. Die Gangbreite zwischen den Radhäusern der Vorderachse ist so breit, dass ein Fahrgast mit Rollator problemlos durchkommt. Taktile Haltestangen an den Türen runden dieses Konzept ab.