
Mit der Vorstellung des vollelektrischen Stadtbusses ECOLIFE e12 auf der Busworld 2025 in Brüssel hat JBM Electric Vehicles klar gemacht, dass man es mit dem Markteintritt in Europa ernst meint. Der Hersteller aus Indien, Teil der weltweit agierenden JBM Group, positioniert sich nicht als Nischenanbieter, sondern als Vollsortimenter mit industrieller Tiefe und klarer Langfriststrategie.
Der ECOLIFE e12 wurde von Nishant Arya, Vice Chairman und Managing Director der JBM Group, persönlich enthüllt. Ein symbolischer Akt, der unterstreicht, welchen Stellenwert der europäische Markt für das Unternehmen hat.
Leichtbau, Edelstahl und EU-Konformität
Technisch setzt der ECOLIFE e12 auf eine leichte Monocoque-Karosserie aus vollverschweißtem Edelstahl. Dieser Ansatz verspricht nicht nur Gewichtsvorteile, sondern auch Langlebigkeit und Korrosionsbeständigkeit, zwei Punkte, die im harten Stadtbus-Alltag zählen.
Der Bus ist vollständig nach europäischen Normen ausgelegt. Dazu gehören ein intelligentes Transport-System (ITS) gemäß EU-Vorgaben sowie eine umfassende Telematiklösung. Betreiber erhalten damit rund um die Uhr Zugriff auf den Fahrzeugzustand, Wartungsdaten und Betriebsparameter. Für Flottenmanager ist das längst kein Luxus mehr, sondern Voraussetzung.
Sicherheit auf aktuellem Stand – und darüber hinaus
Ein zentrales Thema bei JBM ist die aktive Sicherheit. Der ECOLIFE e12 verfügt über ein proprietäres ADAS-Paket, das den Fahrer kontinuierlich unterstützt und potenzielle Fehler frühzeitig erkennt. Ergänzt wird dieses System durch eine ganze Reihe heute relevanter Assistenz- und Schutzfunktionen:
In Summe zeigt sich: JBM orientiert sich klar an den aktuellen und kommenden europäischen Sicherheitsanforderungen und geht in einzelnen Bereichen bewusst einen Schritt weiter.
Anspruch: Dekarbonisierung im industriellen Maßstab
In seiner Rede machte Nishant Arya deutlich, dass es JBM nicht allein um den Verkauf einzelner Fahrzeuge geht. Ziel sei es, neue globale Maßstäbe für nachhaltige öffentliche Mobilität zu setzen. Elektrische Busse versteht das Unternehmen als Werkzeug, um Lebensqualität in Städten messbar zu verbessern – durch leiseren Betrieb, saubere Luft und höhere Sicherheit.
Nach eigenen Angaben hat JBM in den vergangenen zehn Jahren mehr als 11.000 E-Busse weltweit ausgeliefert oder unter Vertrag. Diese Fahrzeuge haben über 200 Millionen elektrische Kilometer zurückgelegt, mehr als eine Milliarde Fahrgäste befördert und dabei über eine Milliarde Kilogramm CO₂ eingespart. Zahlen, die zeigen, dass JBM kein Start-up mehr ist, sondern ein etablierter Serienanbieter.
Europazentrale in Frankfurt
Ein weiterer wichtiger Schritt für Europa ist die neue Europazentrale in Frankfurt am Main. Von dort aus sollen künftig Vertrieb, After-Sales, Betrieb und Partnerschaften innerhalb der EU gesteuert werden. Für europäische Verkehrsunternehmen ist das ein entscheidendes Signal: Nähe zum Markt, kurze Wege und lokale Ansprechpartner sind vorhanden.
Mehr als Busse: das E-Verse-Ökosystem
Parallel zum Fahrzeug präsentierte JBM sein sogenanntes E-Verse, ein ganzheitliches E-Mobilitäts-Ökosystem. Es umfasst Ladeinfrastruktur, eigene Lithium-Ionen-Batterien, Energie- und Netzlösungen sowie digitale Systeme zur Sicherstellung maximaler Verfügbarkeit. Ziel ist ein Betrieb mit möglichst null Ausfallzeiten – ein Punkt, der im Linienverkehr oft über Erfolg oder Misserfolg entscheidet.
Diese Systemperspektive passt zur selbst gesetzten Net-Zero-2040-Strategie des Unternehmens und zur Ausrichtung an mehreren UN-Nachhaltigkeitszielen, darunter nachhaltige Städte, industrielle Innovation und Klimaschutz.
Ein neuer Name, den man sich merken sollte
Der ECOLIFE e12 ist kein experimenteller Prototyp, sondern ein seriennahes, europataugliches Produkt eines Herstellers mit großer industrieller Basis. Ob und wie schnell sich JBM im europäischen Markt durchsetzen kann, wird von Preis, Servicequalität und Zuverlässigkeit abhängen.
Fest steht: Mit diesem Auftritt in Brüssel hat JBM Electric Vehicles ein deutliches Zeichen gesetzt. Der Wettbewerb im europäischen E-Bus-Markt bekommt ernstzunehmende Verstärkung.