
Die Bus- und Busreisebranche blickt mit klaren Leitplanken auf das Jahr 2026. Während auf Hersteller- und Technikseite vor allem die Elektrifizierung weiter Fahrt aufnimmt, bleibt der Reisemarkt stabil und vielfältig – mit frühzeitig veröffentlichten Programmen, klassischen Zielgebieten und neuen thematischen Schwerpunkten. Auch der Messekalender für 2026 ist bereits gut gefüllt und setzt international Akzente.
Zentrale Branchentreffen und Messen 2026
Ein wichtiger Fixpunkt im europäischen Veranstaltungskalender ist die BUS2BUS in Berlin, die am 15. und 16. April 2026 stattfindet. Die Fachmesse mit begleitender Konferenz gilt als Plattform für Bus-, Mobilitäts- und Digitalthemen und richtet sich gleichermaßen an Hersteller, Betreiber und Dienstleister.
Ebenfalls im Frühjahr rückt Osteuropa in den Fokus: Die Warsaw Bus Expo mit angeschlossenen Fachkonferenzen wird vom 14. bis 16. April 2026 in Warschau abgehalten und widmet sich dem öffentlichen Verkehr sowie dem Reise- und Linienbussektor.
International zählt die Euro Bus Expo zu den bedeutendsten Treffpunkten der Branche. Sie findet vom 3. bis 5. November 2026 im britischen Birmingham statt und bietet einen umfassenden Überblick über Fahrzeuge, Komponenten, Services und Betreiberlösungen.
Außerhalb Europas setzt die Busworld Southeast Asia in Jakarta vom 20. bis 22. Mai 2026 regionale Schwerpunkte mit Blick auf urbane Mobilität, Reisebusse und alternative Antriebe.
Ein weiterer globaler Fixpunkt ist die IAA Transportation 2026, die vom 15. bis 20. September 2026 in Hannover ausgetragen wird. Als internationale Leitmesse für Nutzfahrzeuge umfasst sie traditionell auch den Bus- und Coach-Bereich und dient Herstellern als Bühne für neue Serienfahrzeuge und Technologien.
Produktneuheiten: Elektrifizierung erreicht den Reisebus
Auf Fahrzeugseite ist für 2026 eine Entwicklung besonders relevant: MAN Truck & Bus hat mit dem Lion’s Coach E seinen ersten vollelektrischen Reisebus vorgestellt. Der Produktionsstart ist für 2026 angekündigt. Das Modell markiert einen Meilenstein in der Elektrifizierung des Fern- und Reiseverkehrs und wurde bereits mit dem Titel Sustainable Bus of the Year 2026 ausgezeichnet.
Auch im Stadt- und Regionalverkehr setzt sich der batterieelektrische Betrieb fort. Der elektrische Doppeldecker Yutong U11DD wird weiterhin in Europa ausgeliefert; für einzelne Betreiber sind zusätzliche Lieferungen für 2026 bestätigt. Damit bleibt der elektrische Doppelstockbus kein Pilotprojekt mehr, sondern Teil regulärer Flottenplanung.
Busreisen 2026: Frühzeitig geplante Programme
Im Busreisebereich zeigt sich für 2026 ein vertrautes, aber stabiles Bild. Zahlreiche Veranstalter haben ihre Programme bereits veröffentlicht und setzen auf bewährte Reiseformen.
Klassische Kultur- und Städtereisen führen unter anderem nach Deutschland, Polen, in die Niederlande oder innerhalb Österreichs. Ergänzt werden diese Angebote durch Themen- und Erlebnisreisen, etwa mit Schwerpunkt Wandern, Kulinarik oder E-Bike-Touren.
Auch Mehrtagesreisen mit Natur-, Wellness- oder Genussfokus bleiben fixer Bestandteil der Kataloge. Reiseveranstalter setzen dabei auf komfortable Busflotten und klar strukturierte Programme, die vor allem bei der Stammkundschaft gefragt sind.
Auffällig ist, dass viele Anbieter ihre Termine für 2026 frühzeitig fixiert haben – ein Zeichen für Planungssicherheit und konstante Nachfrage im Busreisemarkt.
Ein Jahr mit klaren Linien
Der Ausblick auf 2026 zeigt eine Branche ohne radikale Umbrüche, aber mit klarer Richtung. Auf Herstellerseite schreitet die Elektrifizierung weiter voran und erreicht zunehmend auch den Reisebus. Gleichzeitig bieten internationale Messen und Kongresse ausreichend Raum für Austausch, Innovation und Marktbeobachtung.
Im Busreisebereich bleibt das Angebot vielfältig und bodenständig: klassische Ziele, thematische Schwerpunkte und gut kalkulierbare Programme prägen die Saison 2026. Damit setzt sich fort, was sich bereits in den vergangenen Jahren bewährt hat – ein Markt, der auf Verlässlichkeit, Komfort und schrittweise Weiterentwicklung setzt.