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Das Jahr der Öko-Busse

© Wiener Linien Manfred Helmer


„Am Weg zur Klimamusterstadt Wien leisten die Öffis einen ganz zentralen Beitrag. Im heurigen Jahr der Öko-Busse wollen wir gemeinsam mit Busherstellern entscheidende Fortschritte machen, die den hohen Ansprüchen der Fahrgäste standhalten. Neben der E-Mobilität haben wir auch die Wasserstofftechnik am Radar. Die Wiener Linien leisten hier wieder einmal Pionierarbeit für die klimafreundliche Mobilität in unserer Stadt“, so Öffi- und Umweltstadträtin Ulli Sima.

2020 wurde bei den Wiener Linien zum Jahr der Öko-Busse ausgerufen. Trotz der derzeit außergewöhnlichen Umstände gehen jetzt die Tests von E-Bussen wie geplant weiter. Von 22. April bis einschließlich 6. Mai ist auf der Strecke der Linie 57A an Werktagen (Montag bis Freitag) abermals der eCitaro der Marke Mercedes-Benz im Fahrgasttestbetrieb unterwegs.  Wie auch schon im Vorjahr ist auch diesmal kein Ticket für die Fahrt nötig. Aufgrund der herrschenden COVID-19-Maßnahmen sind - wie bei allen Bussen der Wiener Linien - auch beim E-Bus die vorderen Türen geschlossen und der Bereich rund um den LenkerInnen-Platz abgesperrt, damit der Sicherheitsabstand unter allen Umständen gewahrt bleibt. Für die Fahrgäste gilt selbstverständlich auch im eCitaro die Maskenpflicht.
 
Noch effizientere Nutzung der Batteriekapazität

Der Fokus lag im vergangenen Jahr vor allem auf die Energieeinsparung im Antrieb um so eine noch effizientere Nutzung der vorhandenen Batteriekapazität zu erreichen. Optimierungen ergaben sich dadurch unter anderem beim Antrieb aber auch bei der Heiz- und Klimatisierungssteuerung.

„Die Wiener Linien zählen auch in Sachen E-Mobilität europaweit zu den Vorreitern. Die Innenstadtlinien 2A und 3A sind bereits seit 2013 komplett auf Acht-Meter-E-Busse umgestellt. Jetzt wird es immer wichtiger, auch Normalbusse mit diesem umweltfreundlichen Antrieb einzusetzen. Innerhalb eines Jahres sind beim E-Antrieb massive Entwicklungsschritte zu erwarten. Deshalb haben sich die Wiener Linien für einen erneuten Testbetrieb des Busses entschieden. Nur wenn wir auch das adaptierte Fahrzeug im Fahrgasttestbetrieb genau unter die Lupe nehmen können, wissen wir, ob es unseren hohen Ansprüchen auch genügt“, so Günter Steinbauer, Geschäftsführer der Wiener Linien.

„Wir freuen uns, dass die Wiener Linien den Bus erneut für ihre Fahrgäste auf die Strecke schicken. Wir haben unseren eCitaro im vergangenen Jahr weiterentwickelt, so dass der Energieverbrauch pro gefahrenen Kilometer noch weiter verringert und somit die Effizienz des Fahrzeuges gesteigert werden konnte“, heißt es dazu vom Fahrzeughersteller EvoBus GmbH.

Laden in der Garage 

Vorerst ist eine Ladung des Busses in der Garage vorgesehen. Ist zur Vergrößerung der Reichweite eine Zwischenladung gewünscht, kann der eCitaro optional per Dachstromabnehmer aufgeladen werden. Mercedes-Benz verspricht eine Reichweite von zumindest 150 Kilometern ohne Zwischenladung bei hochsommerlichen Temperaturen.

Die Dachklimaanlage wird in der kalten Jahreszeit zusätzlich als Wärmepumpe genutzt und stellt so eine effektive und effiziente Heizung und Klimatisierung des Innenraums sicher. Sämtliche Wärme abgebenden Komponenten sind miteinander vernetzt, um den Energieaufwand für deren Kühlung auf ein Minimum zu reduzieren. Im Vergleich zum aktuellen Citaro mit Euro-VI-Motor sinkt der Energiebedarf für Heizung, Lüftung und Klimatisierung so um rund 40 Prozent. Beim Bremsen werden die Elektromotoren zu Generatoren und wandeln die kinetische Energie des Fahrzeugs in Strom um. Dieser wird wiederum in die Batterien zurück gespeist.

82 emissionsfreie Busse bis 2027

Die Wiener Linien starten 2021 mit der Ausschreibung für 62 Normalbusse mit reinem Elektroantrieb sowie 10 Normalbussen mit Wasserstoffantrieb mit Brennstoffzelle. 2024 startet die Ausschreibung für die seit 2013 auf den Linien 2A und 3A erfolgreich eingesetzten E-Kleinbusse. Die ersten emissionslosen Busse werden ab 2023 im Fahrgastbetrieb unterwegs sein, spätestens 2027 werden insgesamt 82 Busse mit alternativem Antrieb die Euro-6-Busflotte verstärken. Die Investitionskosten dieser Ausschreibungen betragen 25 Millionen Euro.

Im Süden Wiens entsteht deshalb ein Kompetenzzentrum für E-Busse. In Siebenhirten wird eine eigene E-Busgarage entstehen mit dafür geeigneten Linien für den E-Betrieb.
Im Norden Wiens entsteht eine Wasserstoff-Tankstelle in der Garage Leopoldau. Dort wird erstmals Wasserstoff (H2) als Antriebsform getestet. Voraussichtlich ab Juni 2020 wird der erste H2-Testbus im Einsatz sein.


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