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Interview mit Marcel @busfahrer_kohl


Stell dich bitte kurz vor und erzähl uns wie du zum Busfahren gekommen bist!

Ich bin Marcel, 28 Jahre alt, aus Fürth. Zum Busfahren bin ich gekommen, weil ich das Beste gemacht habe, was man beruflich machen kann: Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht. Ich bin schon als kleiner Junge mit meiner Oma am Wochenende mit dem Bus durch die Gegend gefahren. Und da mich alles rund um den Bus interessiert hat, wollte ich von klein auf nichts anderes werden als Busfahrer.


Was schätzt du an deinem Alltag als Busfahrer besonders und was würdest du gerne ändern?

Das Beste an meinem Beruf ist, dass man immer unterwegs ist. Egal ob Stadtverkehr, oder Überland. Man kommt in der Gegend herum, wo andere zum Teil Urlaub machen.
Was man ändern könnte, wäre der Respekt und der Anstand der Fahrgäste, der immer mehr schwindet. Für jeden war die Corona-Krise schwer, aber der Busfahrer kann gar nichts dafür. Auch wir haben im Lockdown die Stellung gehalten und die Menschheit mobil gemacht.


Welchen Bus fährst du aktuell und was sind aus deiner Sicht Vor- und Nachteile des Fahrzeuges? 

Zurzeit fahre ich einen 2009er Mercedes-Benz Citaro mit Erdgasantrieb. Vorteil dieses Busses ist vor allem, dass ich damit sehr umweltfreundlich unterwegs bin. Ein kleiner Nebenvorteil ist der unverwechselbare Sound, der richtig kernig in der Beschleunigung ist. Nachteil ist leider immer noch das Netzwerk aus Erdgastankstellen. Wir haben im Betrieb noch nicht so viele Erdgasbusse, dass sich eine eigene CNG-Tankstelle lohnen würde, deswegen muss man öffentliche Tankstellen ansteuern, die leider noch selten mit Erdgas ausgerüstet sind. Weiters ist die Reichweite eines Erdgastankes nicht vergleichbar mit einem Dieseltank. Ich komme mit einem vollen Tank ungefähr 500km weit, wobei ein vergleichbarer Dieselbus ungefähr 800-1000 km weit kommt.
Aber im Großen und Ganzen bin ich mit meinem Bus zufrieden und möchte ihn so lange wie möglich fahren.

Auf welchen Linien bist du unterwegs und welcher Dienst (Zeit oder Route) ist dir am liebsten?

Jetzt wo wieder Schule ist, bin ich größtenteils unterwegs um die Kinder morgens in die Schule zu fahren, dann den Tag über zum Sport oder zum Schwimmen und mittags oder nachmittags wieder nach Hause zu bringen. Im Normalfall geht mein Tag von 6 bis 16 Uhr.
 In den Ferien oder am Wochenende bin ich dann auch Mal im normalen Linienverkehr oder auf Schienenersatzverkehren unterwegs.


Aktuell werden auf vielen Linien Elektro- und Wasserstoff- und Hybridbusse getestet, bist du schon mal in so einem Bus gefahren und wie stehst du generell zu dem Thema emissionsfreier ÖPNV?

Selbst bin ich noch keinen zukunftsfähigen Antrieb gefahren. Mein Erdgasbus ist ja schon ein kleiner Anfang zu umweltfreundlichen Verkehrsmitteln, aber ich würde gerne aus Interesse mal elektrisch durch die Stadt fahren. Wohl oder übel müssen wir uns Alternativen zum Diesel suchen, ob Strom oder Wasserstoff der richtige Weg ist, lasse ich die Ingenieure entscheiden :D.


Noch ein sehr wichtiger Punkt ist der starke Fachkräfte- und insbesondere Fahrermangel. Was ist deine Message an junge Menschen, die sich überlegen Busfahrer zu werden, und welchen Apell hast du an Unternehmer, die es schwer haben Fahrer zu finden?

Jeder der Interesse hat, mit großen Fahrzeugen unterwegs zu sein und dabei mit Menschen arbeiten will, sollte sich nicht scheuen und sich dahinterklemmen und den Busführerschein machen. Egal ob als Ausbildung oder als Quereinsteiger, die Chancen sind zurzeit besser denn je. Unternehmen empfehle ich natürlich, aktiv auf Fachkräfte-Fang zu gehen und auch mal moderne Jobangebote anzubieten.


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