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Im Test: Iveco Easy Bus

Alle Welt redet über die Digitalisierung, alles muss schneller, effizienter und digitalisiert werden. Auch der öffentliche Nahverkehr, aber gibt es nicht auch einen anderen Trend? Natürlich, der demografische Wandel mit einer immer älteren Bevölkerung verlangt nach Antworten, gerade der öffentliche Nahverkehr muss mit enormen Auswirkungen rechnen. Individuelle Einschränkungen beeinträchtigen die Mobilität, der europäische Gesetzgeber fordert Barrierefreiheit. Bei Gebäuden, aber auch bei den Betreibern öffentlicher Verkehrsmittel. Und gerade dem Omnibus kommt eine besondere Rolle zu, in der Stadt, aber auch in der Fläche. So richtig neu sind die Themen ja nicht, schon seit den 80er-Jahren laufen diverse Forschungsprojekte der Vereinten Nationen. An „Easy Bus“ haben sich Iveco Bus, die Hochschule Fresenius und DB Regio Bus zusammengeschlossen, um machbare Beförderungslösungen zu suchen. Bei Iveco Bus stand natürlich der Crossway LE im Mittelpunkt, das wichtigste Produkt des Hauses, der Betreiber DB Regio Bus ist der größte und wichtigste Kunde. 

Jetzt die Premiere

Doch was steckt hinter dem „Easy Bus“? Rein äußerlich wäre er der Low-Entry-Linienbus, den man schon länger kennt. Wäre da nicht die flächendeckende Beklebung des Easy-Crossways, die auf seine inneren Werte hinweist. Zwei Doppeltüren sind in diesem Fall obligatorisch, an der Fahrertür gibt es nun eine zweite Klapprampe. Denn es ist nun mal Fakt, dass alte und eingeschränkte Mitfahrer gern an der Fahrertür einsteigen. Der Blickkontakt mit dem Fahrer gibt Sicherheit, dass er erst losfährt, wenn der Fahrgast sitzt. Die 1.200 mm breite Tür, beschnittene Radhäuser und Podeste lassen Rollator-Nutzer problemlos passieren. Und weil ein solcher Rollator sonst gern den Fahrgastfluss behindert, muss es einen geeigneten Abstellplatz geben. Natürlich braucht es genug Schwenkbereich, der Iveco Easy Bus bietet hier immer noch 70 cm, damit sich die Gehhilfe rasch einrangieren lässt. Denn nichts wäre schlimmer als ein Festfahren und damit eine Stresssituation. Der Easy Bus hält zwei Rollator-Stellplätze noch vor der Rollstuhl-Abstellfläche bereit. Denn dort muss es Freiraum für zwei Rollis und deren Sicherheit geben. Auch schwere E-Scooter sind an Bord des Easy Busses willkommen.

Signalfarben und erhöhte Sitze

Aber damit ist das Konzept noch nicht zu Ende erzählt. „Weil mit dem Alter die Sehfähigkeiten abnehmen“, so erklärt Professor Christian Haas, „können ältere eingeschränkte Menschen die speziell reservierten Sitze nicht so einfach identifizieren“. Beim Easy Bus tragen sie große unübersehbare Embleme direkt auf den Lehnen. Der Erfolg lässt sich auch an reduzierten Ein- und Ausstiegszeiten festmachen, wie die zahlreichen Tests der Hochschul-Projektgruppe ergaben. Für diese Sitze schlagen die Forscher eine erhöhte Position vor, im Easy Bus können eingeschränkt mobile Mitfahrer auf vier erhöhten Sitzen Platz nehmen. Der Unterbau wurde noch etwas beschnitten, damit der Fahrgast ganz nah herantreten kann und nur mit einem Schwenk des Hinterteils gefahrlos zum Sitzen kommt. Die Projektmannschaft hat auch neue altersgerechte Sitzmöbel präsentiert. Vorerst nur in einer Testversion, aber ziemlich anschaulich: Die Sitzfläche assistiert beim Aufstehen, sie lupft das Sitzpolster mit einem Gasdruckstoßdämpfer schräg nach vorn. Für eine Vereinfachung der Haltestellensituation braucht es eine zügige Orientierung im Innenraum. Dafür sorgt eine Linienführung in Signalfarbe auf dem Boden, auch hier werden Personen mit Sehschwäche maximal unterstützt. Die Linien zeigen die Lage der reservierten Handicap-Sitze an, sie weisen Richtung Ausstieg. Natürlich darf das durchdachte Haltestangen- und Handlaufsystem nicht fehlen. Hier tragen nur die wichtigen („taktilen“) Stangen Signalfarbe, auch die Haltestellenmelder sind damit gekennzeichnet. 

Schulung tut Not

Bei Iveco denkt man heute schon an die Umsetzung, wenn die Praxiserprobungen und Feldversuche abgeschlossen sind. Seinen großen Auftritt soll der Easy Bus zur der IAA Nutzfahrzeuge im Herbst erleben.  „Easy Bus ist der richtige Schritt“, sagt man auch beim Betreiber DB Regio Bus. Dort sieht man eine Innovation, „die nicht fürchterlich viel kostet, aber ziemlich effektiv wirkt“. Eine realistische Lösung, die den Weg weist, auch der Fuhrpark ist damit gefordert. Denn es braucht natürlich Kommunikation, um die Fahrgäste auf die Veränderungen und den Nutzen der hilfreichen Details hinzuweisen. Beispielsweise auf die Klapprampe vorn, die hat heute kaum ein Linienbus. Da muss man den Fahrer um Hilfestellung bitten, da tut sich auch sofort ein neues Thema auf: Auch das Fahrpersonal muss für den Easy Bus geschult werden. Am besten mit einer Weiterbildung „Wie gehe ich mit mobilitätseingeschränkten Personen um?“.


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